Symbol für Einheit der Christen

Lichterprozession zum zehnten Jahrtestag der Türöffnung zwischen Basilika und Stadtkirche


Quellenhinweis: Schwäbische Post (Foto: Gundling)



Symbol für Einheit der Christen
Lichterprozession zum zehnten Jahrtestag der Türöffnung zwischen Basilika und Stadtkirche

Die verschlossene Tür zwischen der Basilika und der evangelischen Stadtkirche in Ellwangen galt über 200 Jahre lang als Symbol für die strenge Trennung zwischen katholischen und evangelischen Christen.
Vor zehn Jahren wurde die Türe zwischen den beiden Kirchen dann zum ersten Mal geöffnet.


DOROTHEA GUNDLING
Ellwangen. Auslöser war eine am 30. Oktober 1999 in Augsburg verfasste gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes
und der Katholischen Kirche. Die gemeinsame Erklärung ermöglicht es katholischen und evangelischen Christen seither, freier und ungezwungener miteinander umzugehen – getragen von dem Bewusstsein, dass das Heil aller
Christen, egal ob evangelisch oder katholisch, von der Gnade Gottes abhängt.
Als „Symbol der Dankbarkeit“ für die Überwindung der Barrieren in den Köpfen
der Gläubigen findet seit nunmehr zehn Jahren in Ellwangen jedes Jahr am
30. Oktober im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst in der Basilika
eine Lichterpozession hinüber zur evangelischen Stadtkirche statt – „von einem
Lebensraum des Glaubens in den anderen Lebensraum des Glaubens“, so Pfarrer Michael Windisch von der Kirchengemeinde St. Vitus.
Zum zehnten Jahrestag der Türöffnung am vergangenen Freitag waren, wie bereits am 30. Oktober 1999, Weihbischof Johannes Kreidler und Landesbischof a. D. Eberhard Renz nach Ellwangen gegekommen.


Gemeinsam mit Pfarrer Martin Schuster von der evangelischen und
Pfarrer Michael Windisch von der katholischen Kirche machten sich die beiden
Bischöfe nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika durch die offene
Tür auf den Weg zur evangelischen Stadtkirche. Zahlreiche Gläubige beider
Konfessionen folgten der Lichterprozession. In ihren Predigten hatten die beiden Geistlichen zuvor betont, wie wichtig die Ökumene und das damit verbundene Symbol der Türöffnung sei.
Die Türöffnung zwischen der Basilika und der evanglischen Stadtkirche sei ein
„einmaliges, sichtbares Zeichen für die Einheit der in Ellwangen lebenden
Christen“, sagte Landesbischof a. D. Eberhard Renz. Alle, die in den beiden
Kirchen ein- und ausgehen, sollten, so Renz, die offene Tür als „permanente
Einladung“ verstehen, durch diese stets aufs Neue hindurchzugehen. Weihbischof Johannes Kreidler bezeichnete die Türöffnung vor zehn Jahren unter anderem als „einen symbolisch vollzogenen Meilenstein der Ökumene“.

Bildtext:

Katholische und evangelische Christen zogen am 10. Jahrestag der Türöffnung in einer Lichterprozession von der Basilika in die evangelische Stadtkirche: ein Bild von starker Symbolkraft.

(Foto: Gundling)

Quellenhinweis "Schwäbische Post"

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