Schließung des Schülerhorts Borromäum
Die Pater Jeningen Jugend- und Altenhilfe gGmbH, Trägerin des Schülerhortes „Borromäum“ in Ellwangen, schließt schweren Herzens ihre Einrichtung zum Schuljahresende 2024/2025. Damit endet eine traditionsreiche Ellwanger Institution, die zu Beginn des Schuljahres 1882/1883 von privater Stelle als „Pensionat für Gymnasiasten“ gegründet wurde. Im Jahr 1935 übernahm die Diözese Rottenburg-Stuttgart diese Einrichtung, die sie dann im Jahr 2000 auf die heutige gGmbH übertrug.
Die Entscheidung hierzu haben sich die Gesellschafter nicht leichtgemacht, sie wurde mit großem Bedauern getroffen. Die Gesellschafter der gGmbH sind die kath. Gesamtkirchengemeinde Ellwangen, die St. Anna Stiftung Ellwangen und die Dr. Fuchsbergersche Stiftung Ellwangen. Die Förderung der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen war und ist ihnen eine große Herzensangelegenheit.
Die Gründe für die Schließung sind ausschließlich finanzieller Natur. Der Schülerhort ließ sich bereits seit Jahren nicht mehr kostendeckend betreiben. Es entstanden pro Jahr Verluste im mittleren fünfstelligen Bereich. Die noch vorhandene Kapiteldecke lässt nun den weiteren Betrieb nicht mehr zu.
Die gesetzlichen Vorgaben an die Personalstruktur, die die Qualität der Betreuung sicherstellen, können von den Kostenträgern nicht mehr refinanziert werden. Diese Problematik trifft grundsätzlich alle Schülerhorte. Mit dem Ausbau der Ganztagesschulen hat das Hortmodell inzwischen an Bedeutung verloren.
Es ist den Gesellschaftern trotz intensivem Bemühen leider nicht gelungen, im Rahmen des Gesellschaftszwecks eine tragfähige, zukunftstaugliche Lösung zu finden. Eine Kooperation mit in Frage kommenden Partnern erwies sich als finanziell nicht ausreichend. Dies musste niedergeschlagen zur Kenntnis genommen werden.
Im Schülerhort werden derzeit 20 Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren aus unterschiedlichen Schularten betreut. Sie können im Hort zu Mittag essen, erhalten Hilfe bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben, werden unterstützt beim Vorbereiten auf Klassenarbeiten und können anschließend spielen und basteln. Für sie müssen die Eltern ab dem kommenden Schuljahr nun eine andere Betreuungsmöglichkeit finden.
Von der Schließung betroffen sind drei Erzieherinnen, eine Reinigungskraft und eine Mitarbeiterin in der Verwaltung. Für diese Mitarbeiterinnen sorgt sich der Träger um eine nahtlose Anstellung.
Die Pater Jeningen Jugend- und Altenhilfe gGmbH ist darüber hinaus seit Ende 2023 in Kooperation mit der Stadt Ellwangen Anstellungsträgerin eines Jugendsozialarbeiters. Auch diese Kooperation muss nun beendet werden. Hier sieht sich die Stadt in der Verantwortung, dass die mobile Jugendarbeit fortgeführt werden kann.
Die Gesellschafterversammlung hat am 23.05.2025 die Einstellung des Betriebes beschlossen. Das Personal, die Eltern sowie die Verantwortlichen der Stadt wurden im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang über das Aus informiert.

