Missionsprojekt in Heilig Geist

Gott hilft denen, die sich selber helfen!

Unser Projekt hilft aber dort, wo Selbsthilfe nicht möglich ist!!

Über 50 Jahre Erfahrung in Südafrika

Schwester Electa Wild, eine Franziskanerin vom Kloster Sießen bei Bad Saulgau, die 1939 in Reinstetten im Kreis Biberach/Riss geboren wurde, leitet in der Nähe von Bloemfontein, in dem Lesedi Centre Of Hope, ein großes Netzwerk aus Helfern und Ansprechpartnern in den dortigen Gemeinden. Sie kümmert sich um die Betreuung von infizierten Personen und ihre Familien, organisiert Präventionsarbeit und bietet Waisen und Kindern aus von AIDS betroffenen Familien die erforderlichen Hilfen. Seit einigen Jahren kommen an TBC und neuerdings auch an Covid-19 Erkrankte hinzu.

Die Geschichte von Lesedi

Nach einem Jahr in Brasilien ging Sr. Electa 1998 mit 2 Schwestern von dort nach Pomfret im Norden Namibias, wo sie in einer Gemeinde mit angolanischen Soldaten(aus dem Bürgerkrieg) tätig waren. Sie war in der Schule, ihre Mitschwestern im Pastoraldienst.  Sie hatten hier auch mit HIV/AIDS zu tun. Während ihrer 5 Jahre dort wurden viele angolanische Familien an verschiedenen Orten eingebürgert

Die HIV/Aids-Situation wurde zu einer Herausfordering für die Kirchen im Süden Afrikas.  Aids ist in Südafrika weitverbreitet. Fast 12 Prozent der 50 Millionen Einwohner Südafrikas sind an AIDS erkrankt. Arme Familien trifft dieses Schicksal besonders hart, sie sind oft vollkommen hilflos und bekommen keinerlei Unterstützung. Väter fallen aus, Mütter haben selbst das Virus und wissen nicht, wie lange sie noch für ihre Kinder sorgen können. Oft müssen Großeltern ihre Enkel bei sich aufnehmen, die als Waisen zurückbleiben.  Der frühere Erzbischof von Bloemfontein, Buti Tihagale, gründete deshalb im Jahr 2003 das „Lesedi Centre of Hope“. Es wird seither von Schwester Electa Wild, geleitet und sie koordiniert alle HIV / AIDS-Arbeit der Erzdiözese Bloemfontein.

Das  Lesedi Centre hat 3 Hauptaufgaben:

  • Kranke in Heimpflege zu versogen(v.a. mit HIV/AIDS, Tuberkulose und Krebs)
  • In Gemeinden, v.a. Pfarreien, Akzeptanz und Mitarbeit zu fӧrdern
  • Bei Kindern und Jugendlichen Informationen zu verbreiten und verantwortliches Handeln zu fӧrdern.

Kirchliche Organisationen halfen mit Ausbildung und Besoldung von Pflegerinnen und Pflegern, auch mit Projekten für arme Kinder.  Sie wurden damals ihrerseits unterstützt von internationalen Hilfswerken wie Global Fund und USAID.

Viele NGO’s (non-government organizations) halfen bisher im Kampf gegen HIV/AIDS, schlieβlich half auch die Regierung mit, aber im April 2014 wurden alle staatliche Hilfen gestrichen.  Was vorher schon schwierig war, wurde ohne Spendenhilfe unmӧglich.

Ein 2015 neu eröffnetes Pflegeheim/Hospiz, das Lesedi Relief Centre, ermöglicht schwerkranken AIDS-Patienten ein menschenwürdiges Leben und Sterben. Doch der dauerhafte Betrieb des Hospizes steht in Frage. Trotzdem strahlt Schwester Electa Ruhe und Souveränität aus: „Bis jetzt ist Gott auf unserer Seite“, sagt sie. „Wir vertrauen darauf, dass Gott will, dass wir dieses Haus unterhalten und die Menschen aufnehmen. Er wird uns beistehen.“

Hoffnung für hoffnungslose Fälle

Schwester Electa berichtet in einem Brief vom 17.01.2021:

Die Situation während der letzten Jahre kann man so beschreiben:

Verwendung von Spenden:

  • Für Besoldung der Pflegerinnen und Pfleger.  Diese kamen/kommen meist aus armen Verhältnissen,  hatten keine Arbeit; allgemeine Arbeitslosenunterstützung und Versicherungen gibt es bis heute noch nicht.  COVID 19 hat die Arbeitslosigkeit auf  über 50% geschoben, in unseren neuen Siedlungen war sie ehe schon hoch und wurde schlimmer
  • Bis 2015 haben sie monatlich Lebensmittelpakete verteilt.

Aber seitdem 2015 Patienten im “Relief Centre” (Pflegeheim/Hospiz) aufgenommen werden, ist dies leider nicht mehr mӧglich, denn Verkӧstigung und Arbeitslӧhne verbrauchen zu viel Geld, dazu kommen noch Strom, Benzin und anderes. 

Das Personal ist angestellt nach staatlichen Regeln, die meisten Angestellten wollen einer Gewerkschaft angehӧren.  Die Regierung schreibt Mindestlӧhne vor, die Lesedi als NGO nicht aufbringen kann, sie verhandeln um Freistellung davon.  Vom Krankengeld oder Rente der Patienten nehmen sie 75%, das sind heute knapp 90€; dies zeigt, wie wenig arme Menschen zum Leben haben!  Ƶum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel! Das stimmt leider auch nicht mehr, denn sogar mit den Kosten für Beerdigungen müssen sie helfen!!

After school care (Nachmittagsbetreuung) haben sie momentan  aus verschiedenen Gründen nicht.  Kontakt mit Kindern haben sie meist, wenn Familien oder Fürsorger Hilfe suchen.

Corona hat viel Stӧrung gebracht, unmӧglich in Kürze zu erklären.  Allem voran steht Hunger, immer noch Hunger!

  • Der Kombi  transportiert täglich arme und gebrechliche Kranke zu Stationen für Gesundheitsorge und soziale Dienste.  Von den schon jahrelang versprochenen ambulanten Krankenstationen sieht man noch wenig, Für HIV und TBC erhalten die Patienten freie Medikamente, sonst sind sie auf unsere Spender angewiesen.
  • Für Kinder aus armen Familien haben sie Schulkleidung besorgt und manchmal auch beim Schulgeld mitgeholfen.  Es gibt auch Schulen, in denen kein Schulgeld bezahlt wird.  Leider hat sich – zu Unrecht – die Meinung verbreitet: Die kosten nichts, also sind sie nichts wert!
  • Die Heimpflege hat gezeigt, dass manche Kranke nicht die nӧtige Pflege erhalten kӧnnen, manche gar nicht wollen.  Deshalb sammelten sie Spenden, etwa  € 200 000 und bauten damit das Pflegeheim/Hospiz mit 18 Betten, für je neun Männer und Frauen.  Das Haus wurde im Februar 2015 erӧffnet und eingeweiht.

Für die Tag und Nacht Betreuung 24/7 und manchmal auch andere recht schwierige Dienste haben sie angestellt

  • 2 pensionierte Krankenschwestern, die je 3 Tage arbeiten
  • 2 Assistent-Krankenschwestern
  • 8 Pflegerinnen und Pfleger, ausgebildet für Palliativ-Pflege
  • 2 Kӧchinnen
  • 2 Frauen für Hauspflege und Wäsche

Dann sind noch tätig:

° Die Büro-und Finanzverwalterin, nicht in der Gewerkschaft, und

° ein Chauffeur

° 15 Heimpflerinnen(sog. Freiwillige, arbeiten halbtags)

Im Pflegeheim sind momentan alle Plätze für Männer belegt, bei den Frauen sind 2 Plätze frei.

Sie haben in der Vergangenheit mancherlei Hilfe erfahren von verschiedenen Hilfsorganisationen, kirchlichen  Gruppen, taiwanesischen Geschäftsleuten. Neuerdings wütet in S.A. die zweite Corona Welle, auch mehr in ihrer Nähe, aggresiver als die erste. Sie haben eben eine gut befreundete Arztin verloren, die immer hӧchst eifrig für arme Kinder und für sie in jeder Hinsicht mitgesorgt hatte.  Der Todesfall hat viel Schmerz verursacht. Sie haben bisher keine Patienten wegen dem Virus verloren, müssen aber äuβerst vorsichtig sein. Momentan sind sie gut mit Masken versorgt.  Sr. Electa betet und hofft, auch mit uns zusammen, dass die Pandemie bald vorbei sein wird, sie selber halte viel auf Schutzengel.

Die Arbeit des „Lesedi Centre of Hope“ und des „Lesedi Relief Centre“ muss weitergeführt werden! Doch ohne Hilfe von Spenden ist das unmöglich.

Unsere Kirchengemeinde Heilig Geist unterstützt seit 2006 die wertvolle Arbeit von Sr. Electa. Der Chor Intonata spendet jedes Jahr die Einnahmen von seinem sehr beliebten Konzert am Palmsonntagabend in unserer Kirche. Das erwirtschaftete Geld vom Solibrot-/Kuchenverkauf wurde in der Vergangenheit auch nach Bloemfontein überwiesen. Die Missionsprokura der Franziskanerinnen in Sießen bekommt regelmäßig Spendengeld, das vom Pfarramt Hl.Geist überwiesen wird. Von dort aus wird es dann nach Bloemfontein weitergeleitet.

Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer Spende die Arbeit des „Lesedi Centre of Hope“ und des Hospizes unterstützen!

Auf dem nachfolgenden Link können Sie in einem YouTube-Video ein Gespräch zwischen Sr. Electa und einer Mitarbeiterin von der Stiftung Weltkirche anhören und mehr über die Missionsarbeit dort erfahren.

Quellen:  - Missionsprokura der Franziskanerinnen Kloster Sießen

                  - Stiftung Weltkirche, Rottenburg a. N.

Link zum YouTube Video:

Link zur Homepage:

 

 

Bildergalerie

Autor: Stefan Fruh - Datum: 15.01.2021   drucken